Die kürzlich durchgeführte Umfrage des DigiMit² der Hochschule Koblenz zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz in kleinen und mittleren Unternehmen des nördlichen Rheinland-Pfalz liefert spannende Einblicke in den Stand der Digitalisierung und die Herausforderungen der Unternehmen. Mit einem Anteil von 17,61 % der Teilnehmer der Umfrage gehört der Kreis Altenkirchen nach dem Landkreis Mayen-Koblenz, zu den aktivsten Regionen.
Die ausführliche Auswertung der Umfrage finden Sie hier.
Erkanntes Potenzial, aber zögerliche Umsetzung
Die Umfrage zeigt, dass viele Unternehmen im Kreis Altenkirchen das strategische Potenzial von KI erkannt haben. Über 42 % der Befragten erwarten, dass KI in den nächsten fünf Jahren eine zentrale Rolle in ihren Geschäftsprozessen einnehmen wird. Derzeit wird KI jedoch vorwiegend für leicht zugängliche Anwendungen wie Textgenerierung und Übersetzungen genutzt. Komplexere datengetriebene oder automatisierte Lösungen, die langfristig einen größeren Mehrwert bieten könnten, kommen bislang nur selten zum Einsatz.
Hürden und Herausforderungen
Die größten Hindernisse für die Einführung von KI im Kreis Altenkirchen sind fehlendes Fachwissen, begrenzte finanzielle und personelle Ressourcen sowie Unsicherheiten im Bereich Datenschutz und rechtliche Rahmenbedingungen. Besonders Unternehmen ohne KI-Erfahrung benötigen Orientierung und Grundlagenwissen, während Einsteiger vor allem Unterstützung bei der Integration und Wirtschaftlichkeitsbewertung suchen. Bereits aktive Nutzer hingegen sehen ihren Bedarf in der Optimierung bestehender Systeme und der rechtssicheren Anwendung. Diese Unterschiede verdeutlichen, dass der Unterstützungsbedarf stark vom Erfahrungsgrad der Unternehmen abhängt.
Ein weiteres Hindernis ist die Akzeptanz innerhalb der Unternehmen. Mitarbeitende stehen der Einführung von KI oftmals skeptisch gegenüber, was die Umsetzung zusätzlich erschwert. Auch die Qualität der verfügbaren Daten und die technische Infrastruktur stellen für viele Unternehmen eine Herausforderung dar. Diese Faktoren führen dazu, dass die Einführung von KI oft langsamer voranschreitet als gewünscht.
Unterstützungsbedarf und regionale Maßnahmen
Die Umfrage zeigt, dass Unternehmen im Kreis Altenkirchen vor allem praxisorientierte Unterstützung benötigen. 72 % der Befragten wünschen sich Hilfe bei der Identifikation geeigneter Anwendungsfelder, während 70 % konkrete Anwendungsbeispiele und Schulungen fordern. Auch die Bereitstellung von Visualisierungssystemen und Vor-Ort-Demonstrationen, wie mobile KI-Labore, werden als hilfreich angesehen. Besonders gefragt sind Schulungen, die leicht verständlich sind und konkrete Anwendungsbeispiele liefern. Unternehmen wünschen sich zudem Unterstützung bei der Integration von KI-Lösungen in bestehende Systeme sowie bei der Automatisierung von Prozessen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die rechtliche Sicherheit. Viele Unternehmen sind unsicher, wie sie KI rechtssicher einsetzen können, und wünschen sich klare Richtlinien und Unterstützung in diesem Bereich. Auch der Austausch mit anderen Unternehmen, Best-Practice-Beispiele und Pilotprojekte werden als wertvolle Hilfsmittel angesehen, um die Einführung von KI zu erleichtern.
Fazit und Ausblick
Die Ergebnisse der Umfrage unterstreichen die Notwendigkeit gezielter regionaler Unterstützungsangebote, um das Potenzial von KI in Unternehmen des Kreises Altenkirchen systematisch und nachhaltig zu erschließen. Mit zunehmender Erfahrung steigt das Engagement der Unternehmen deutlich, was zeigt, dass Investitionen in Schulungen und technische Unterstützung langfristig Früchte tragen können.
Die Umfrageergebnisse liefern eine wertvolle Grundlage für die Entwicklung von Unterstützungsmaßnahmen, die speziell auf die Bedürfnisse zugeschnitten sind.
Unterstützungsangebote
Die Wirtschaftsförderung des Kreises Altenkirchen steht den Unternehmen als verlässlicher Partner zur Seite, um die Herausforderungen der KI-Einführung zu meistern. Mit unserem Netzwerk, bestehend aus Initiativen wie DigiMit² und den Mittelstand-Digital Zentren, können wir die Unterstützungsmöglichkeiten gezielt auf die Bedürfnisse der Unternehmen anpassen. Seien es praxisnahe Schulungen, Zugang zu Best-Practice-Beispielen und Unterstützung bei der Identifikation und Umsetzung geeigneter KI-Anwendungsfelder. Gemeinsam möchten wir die Unternehmen im Kreis Altenkirchen dabei unterstützen, die Potenziale der Künstlichen Intelligenz nachhaltig und erfolgreich zu nutzen.
