Dem Fachkräfte- und Azubimangel mit einer ungewöhnlichen, aber vielversprechenden Idee begegnen: Der Landkreis Altenkirchen und das Projekt „Spa(n)nende Perspektiven“ eröffnen Unternehmen der Region einen neuen Weg, offene Ausbildungsstellen zu besetzen. 20 junge Menschen aus Ruanda möchten in Deutschland eine Ausbildung beginnen – gut vorbereitet, hoch motiviert und sprachlich qualifiziert.
Die Bewerberinnen und Bewerber haben einen anspruchsvollen Auswahlprozess aus mehreren hundert Interessierten durchlaufen und B1-Deutschkurse mit einem Zertifikat des Goethe-Instituts abgeschlossen. Die Sprachausbildung wurde von „Spannende Perspektiven“ gemeinsam mit den Rotariern und durch private Spenden finanziert – den Unternehmen entstehen dafür keine Kosten.
„Dieses Vorhaben ist mir ein persönliches Anliegen“, betont Landrat Dr. Peter Enders. Dass das ruandische Bildungsministerium das Projekt aktiv mitträgt, sei ein wichtiges Signal: Es gehe ausdrücklich nicht darum, einem Land dringend benötigte Arbeitskräfte zu entziehen. Hintergrund ist die unterschiedliche Bevölkerungsstruktur – das Medianalter in Ruanda liegt bei rund 20 Jahren, in Deutschland bei knapp 46. Während hierzulande junger Nachwuchs fehlt, gibt es in Ruanda ein Überangebot gut ausgebildeter, motivierter junger Menschen.
Initiiert wurde das Projekt von Reiner Rudolphi, der als Unternehmer aus der Metallverarbeitung den Fachkräftemangel aus eigener Erfahrung kennt und bereits Auszubildende aus Ruanda erfolgreich nach Deutschland vermittelt hat. In einem kostenlosen Online-Informationstermin erläutert er interessierten Betrieben alle Einzelheiten – von Visum und Aufenthalt über das Wohnen bis zur Begleitung im Alltag.
Der Termin findet am Freitag, 31. Juli 2026, von 10:30 bis 11:00 Uhr statt. Eine Anmeldung ist online möglich unter:
https://spannende-perspektiven.de/webinar-recruiting-von-azubis-aus-ruanda/
Wichtig: Ein Betrieb muss nicht allein eine große Zahl an Auszubildenden aufnehmen – denkbar ist ebenso, dass mehrere Unternehmen jeweils ein bis zwei junge Menschen einstellen. Die Erfahrung zeigt sogar, dass die Integration besonders gut gelingt, wenn mehrere Auszubildende im selben Betrieb oder in räumlicher Nähe zueinander leben.
