KREIS ALTENKIRCHEN/ STEEG. Es sind in der Regel die bekannten Namen der größeren Unternehmen, die das öffentliche Bild der Wirtschaft im Landkreis Altenkirchen prägen. Dabei liegt der wahre Schwerpunkt auf zahlreichen kleineren Betrieben, die in der Summe mehr Arbeitsplätze vorhalten und zudem oftmals für die „Großen“ als unverzichtbare Partner und Zulieferer fungieren. Bestes Beispiel dafür ist die Hermann Metallbau GmbH im Friesenhagener Ortsteil Steeg – die älteste Firma im Wildenburger Land. 2025 konnte der Betrieb sein 75-jähriges Bestehen feiern.
Das Jubiläum und die Gratulation dazu war dieser Tage aber nicht der einzige Grund für einen Besuch von Landrat Dr. Peter Enders in Steeg. Denn neben dem Werdegang interessierten ihn vor allem die aktuellen Herausforderungen der Firma – und davon gibt es einige. Begleitet wurde Enders von Kreis-Wirtschaftsförderer Lars Kober, Bürgermeister Andreas Hundhausen, Ortsbürgermeister Michael Schüttler sowie Tim Kraft und Riccarda Vitt (Wirtschaftsförderung der VG Kirchen). Rede und Antwort standen Geschäftsführer Ingmar Knall und Prokurist Jan Philipp Minor.
1950 von Josef Hermann als Huf- und Wagenschmiede gegründet, hat sich der Betrieb zu einem breit aufgestellten Ansprechpartner für maßgeschneiderte Metall- und Stahlbauprojekte entwickelt. Und klar: Die großen Modulbau-Unternehmen in unmittelbarer Nachbarschaft sind die besten Kunden. „Wir sind als Metallbauer so etwas wie deren verlängerte Werkbank“, erläuterte Knall.
Der Erfolg der Hermann Metallbau GmbH hat die Zahl der Mitarbeiter inzwischen auf über 40 ansteigen lassen, parallel dazu ist es in den vergangenen Jahren sehr eng an der Dorfstraße geworden. 2023 wurde – mit erheblichem Aufwand und steigenden Kosten – die bestehende Produktionshalle erweitert.
Auf der anderen Straßenseite konnte zudem ein Hallenteil für die Lagerung verzinkter Bauteile sowie den Versand angemietet werden. Genau hier liegt jedoch das Problem: Da Knall und Minor jederzeit mit einer Kündigung wegen Eigenbedarfs rechnen müssen, besteht dringender Handlungsbedarf für eine Alternative. Eine dauerhafte Aufteilung auf zwei Standorte ist für den Betrieb nicht tragfähig.
Dabei liegt die Lösung direkt vor der Tür bzw. auf einer großen Wiese gegenüber. Lediglich ein Drittel der Fläche würde man gerne für die Versandhalle sowie einen abgegrenzten Verladebereich nutzen. Der Synergieeffekt laut Knall: Die Verkehrssituation an der Dorfstraße würde sich deutlich entspannen. Widerstand erfährt das Unternehmen nach Angaben des Geschäftsführers noch von örtlichen Naturschutzaktivisten.
Landrat Enders würde sich jedenfalls wünschen, dass es hier zu einem guten Ende kommt: „Wir können heutzutage froh und dankbar über jeden Euro sein, den eine Firma im Landkreis Altenkirchen investiert und damit Arbeitsplätze sichert. Ich denke, dass hier ein vernünftiger Kompromiss vorliegt, bei dem alle Interessen gewahrt werden.“
Besuch bei Hermann Metallbau: 75-jähriges Bestehen und aktuelle Herausforderungen
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