WISSEN. Zum Zwecke einer zeitgemäßen Forschung und Unterstützung schweißtechnischer Betriebe in der Region Westerwald/Siegerland konnte das Technologie-Institut für Metall & Engineering TIME in Wissen dank Zuschüssen des Landes Rheinland-Pfalz in neue Anlagentechnik und Software investieren. Damit steht TIME mit noch besseren Forschungsmöglichkeiten den Unternehmen als Kooperationspartner zur Verfügung.
Das Institut hat in den vergangenen Monaten sein Technikum entsprechend aufgerüstet und modernisiert. Rund 300.000 € durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau bereitgestellte Mittel sind in neue Technologien bzw. die Ertüchtigung bestehender Anlagentechnik geflossen. Die Bedingungen für Forschung und Entwicklung rund um die Schweißtechnik wurden hierdurch weiter verbessert und ermöglichen es der Technologie-Einrichtung heimische Betriebe im Dreiländereck noch besser unterstützen zu können.
Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt begrüßt die Investition in das Technologie-Institut für Metall und Engineering (TIME) und sieht in der Förderung einen wichtigen Beitrag zum Technologietransfer aus der Wissenschaft in die angewandte Praxis: „Moderne Schweißtechnik ist ein Innovationstreiber in der Industrie und der Hightech-Entwicklung. Die Modernisierung und Ergänzung der Anlagentechnik des TIME hat somit unmittelbare Auswirkungen für die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe in der Region sowie für ganz Rheinland-Pfalz und stärkt somit die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.“
Gegen Fachkräftemangel und für mehr Umweltbewusstsein
Denn anwendungsnahe Forschung wird immer wichtiger, um z.B. dem Fachkräftemangel in der Region Westerwald mit seinen vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen wirkungsvoll zu begegnen. Eine weitere bedeutsame Herausforderung ist die Notwendigkeit der Begrenzung des CO2-Ausstoßes. Dazu werden alle Fertigungstechnologien einer klimarelevanten Prüfung unterzogen werden, auch das Schweißen. „Die regionalen Firmen – 86% haben weniger als 9 Mitarbeitende – verfügen in der Regel nicht über ausreichend personelle und finanzielle Mittel sowie die erforderliche technische Ausstattung, um sich diesen essenziellen Herausforderungen selbst zu widmen“, weiß TIME-Geschäftsführer Dr. Ralf Polzin. Die Einführung von Digitalisierung, Automatisierung und die Nutzung von KI seien aber unbedingt nötig, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dazu bedürfe es jedoch der anwendungsorientierten Forschung an Technologie-Instituten wie dem TIME. Denn hier würden eine moderne technische Ausstattung und das Fachpersonal zu Verfügung stehen, um die Unternehmen bestens zu unterstützen, so Polzin.

Vom Sensor bis zum Roboter – neue Möglichkeiten für Kundenforschung
Das TIME hat in den vergangenen Monaten seine Forschungsinfrastruktur gezielt erweitert. So steht dem Institut beispielsweise ein Laserscanner für eine kontaktlose Vermessung von Bauteilen und Schweißnähten zur Verfügung. Mit drei neuen Pyrometern für verschiedene Temperaturbereiche können punktuell Temperaturen an Werkstücken berührungslos gemessen werden, die durch den Wärmeeintrag beim Schweißen entstehen. Auch ein neuer elektrisch beheizter Ofen wurde installiert zur Wärmebehandlung von Stählen vor bzw. nach dem Schweißen. Zwei Knickarmroboter, ein Dreh-Kipptisch und ein Steuerungsmotor für eine vorhandene Linearachse ergänzen die vorhandenen TIME-Roboter, um Versuchsschweißungen durchzuführen oder Prototypen anzufertigen. Mit zwei modernsten Stromquellen lassen sich Schweißprozesse schneller und besser optimieren. Ein umfangreiches Software-Paket dient der Digitalisierung der vorhandenen Widerstandspunkt- und Buckelschweißmaschine. In diesem Zuge wurden auch die Punkt- und Rollennaht-Schweißmaschine modernisiert und stehen für Testreihen zur Verfügung
Fertigen und analysieren – praxisnahe KMU-Unterstützung
Mit einem Spektroskop-Update wurden die Analysemöglichkeiten als Grundlage für eine werkstoffkundenbasierte Schweißprozessoptimierung erweitert. „Mit einer leistungsstarken Trennmaschine können wir Proben sehr präzise aus Bauteilen extrahieren, um sie zu untersuchen“, sagt Dr. Polzin und fasst zusammen: „Mit diesen gezielten Investitionen lassen sich bei TIME Forschungsprojekte praxisnah umfassender und besser umsetzen.“ Die erweiterte technische Ausstattung bietet Unternehmen aber auch eine Vielzahl von Möglichkeiten, Schweißverfahren kennenzulernen, zu testen und im Vorlauf eigener Investitionen auf ihren jeweiligen Anwendungsfall zu optimieren.
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